Vor den Datenbanken
Bevor es Datenbanken gab, waren Daten ein physisches Problem. Lochkarten, Magnetbänder, Aktenschränke – wer Informationen suchte, brauchte Zeit, Platz und Geduld.
Die Lochkarten-Ära
Herman Hollerith erfand 1890 die Lochkarte für die US-Volkszählung. Diese Technologie dominierte 70 Jahre lang:
- 80 Spalten pro Karte – daher heute noch 80 Zeichen in Terminals
- Sortiermaschinen – mechanische Datenverarbeitung
- "Do not fold, spindle or mutilate" – der erste Datenschutz-Hinweis
IBM 305 RAMAC (1956)
Die erste Festplatte der Welt: 50 Magnetscheiben, so groß wie zwei Kühlschränke, 5 MB Speicher. Kostenpunkt: 35.000 Dollar pro Jahr Miete.
Zum Vergleich: Ein USB-Stick heute speichert das 200.000-fache und kostet 10 Euro.
Das Problem der Flat Files
COBOL und andere Sprachen speicherten Daten in sequentiellen Dateien. Um Datensatz 47.293 zu finden, musste man durch 47.292 Datensätze "spulen".
Fun Fact: IBM nannte ihre erste Festplatte "Random Access" – weil man endlich direkt auf Daten zugreifen konnte, ohne zu spulen.
IDENTIFICATION DIVISION.
PROGRAM-ID. KUNDENLESEN.
ENVIRONMENT DIVISION.
INPUT-OUTPUT SECTION.
FILE-CONTROL.
SELECT KUNDEN-DATEI
ASSIGN TO "KUNDEN.DAT"
ORGANIZATION IS SEQUENTIAL.
DATA DIVISION.
FILE SECTION.
FD KUNDEN-DATEI.
01 KUNDEN-SATZ.
05 KUNDEN-NR PIC 9(5).
05 KUNDEN-NAME PIC X(30).
05 KUNDEN-ORT PIC X(20).
* Sequentiell lesen - Datensatz für Datensatz
* Keine Abfragen, kein Index, kein "WHERE"